Auswärtsspiel bei den Badener Greifs

Nach einer unfreiwillig langen Pause führt die Reise der Bad Mergentheimer American Footballspieler am kommenden Sonntag in die badische Landeshauptstadt Karlsruhe zu deren Traditionsmannschaft Badener Greifs. Dabei wird die spannen-de Frage beantwortet, ob die vierwöchige Pause nach der Spielabsage der Neckar Hammers und dem ersten Saisonsieg in Fellbach die Wölfe wieder aus dem Tritt gebracht hat oder ob das Team unter Headcoach Lukas Grice die Zeit nutzen konnte, sich neu zu sortieren und die Offense schlagkräftiger zu machen.

Dabei sollte allein die Geschichte der Badener Greifs dem eine Generation jüngeren Wolfsrudel Respekt einflößen. Die Karlsruher gründeten sich bereits 1982. Von 1983 bis 1985 spielten sie in der 2.Liga und 1985 gelang ihnen der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dort konnten sie sechsmal in Folge an den Playoffs um die deutsche Meisterschaft teilnehmen und erspielten sich 1987 als höchste Leistung den Titel des Deutschen Vizemeisters. In den Jahren 1993 und 1994 mussten sie allerdings zwei Mal bis in die Regionalliga absteigen. Dort hielten sie sich die letzten 20 Jahre überwiegend in der vorderen Tabellenhälfte auf und konnten sogar zweimal Stipvisiten in der 2. Bundesliga machen.

Ende 2013 kam dann der Bruch: die Universitätsmannschaft KIT Karlsruher Engineers splittete sich von den Badener Greifs ab und ihnen folgten zahlreiche Leistungsträger. Da KIT als neu gegründetes Team unten in der Bezirksliga anfangen musste, waren die seitherigen Entwicklungen entgegengesetzt: KIT marschierte über die Landesliga und die Oberliga durch in die Regionalliga und die Greifs machten einen Sturzflug über die Oberliga in die Landesliga. Dort haben sie sich allerdings gut gefangen und schafften 2017 als Vizemeister überzeugend den Sprung zurück in die Oberliga. Hier angekommen erreichten sie 2018 nach gutem Start nur den fünften Rang.

In der aktuellen Saison starteten die Badener wiederum fulminant mit drei Siegen über Fellbach, Villingen-Schwenningen und Freiburg. Erst zuletzt mussten sie zwei Niederlagen gegen Tübingen und Reutlingen einstecken und stehen nun mit 6:4 Punkten auf Rang 3. Mit zwei Spielen weniger rangiert das Wolfpack aktuell auf Rang 5 und hat nach zwei Auftaktniederlagen nur 2:4 Punkte aufzuweisen. Erst der Auswärtssieg in Fellbach ließ aufhorchen.

Vier Mal sind die beiden Teams bisher aufeinander getroffen: in der Meisterschaftssaison des Wolfpack 2016 – damals noch Landesliga – siegten die Kurstädter in Karlsruhe 19:0 und in Bad Mergentheim 27:6. Und auch in der gemeinsamen Oberligaspielzeit im letzten Jahr nahmen die Wölfe den Greifen alle Punkte mit einem 40:22-Auswärtssieg und einem 33:0-Heimsieg ab. Die Motivation aus den bisherigen Siegen wird die Taubertäler auf ihrer Fahrt in die badische Metropole begleiten.

Wie immer bei Auswärtsspielen besteht für Wolfpackfans nach Anmeldung Gelegenheit zur Mitfahrt im Mannschaftsbus. Die Wetterprognosen jedenfalls versprechen eine Hitzeschlacht. Das Treffen ist bereits um 9.30 Uhr beim Deutschordenstadion.