Revanche gegen Reutlingen Eagles im Eagles-Nest geglückt

In einem packenden und bis zum Schluss spannenden Spiel besiegte das Bad Mergentheimer American Football Team Wolfpack die favorisierten Reutlingen Eagles auf eigenem Platz mit 13:12. Die erhoffte Revanche für die Heimspielniederlage in Bad Mergentheim und der Anschluss an eine Platzierung im Mittelfeld war damit geglückt.

Danach sah es vor der Partie allerdings keineswegs aus. Heftige Unwetter waren in der Region um Reutlingen angekündigt und sollten Wolfpack-Headcoach Lukas Grice Sorgen bereiten, setzte er doch in der Spielvorbereitung vorwiegend auf Passspiel. Beeindruckt haben die Gastgeber zudem durch ihr professionelles Umfeld mit nagelneuem Kunstrasenplatz inmitten zahlreicher weiterer Sportfelder auf dem Stadiongelände des SSV Reutlingen 05 – ein Ambiente wie geschaffen für ein aufstrebendes Team.

Im Spiel selbst erhielten zunächst die Eagles das Angriffsrecht, mussten aber gleich mit der gewohnt starken Wolfpack-Defense Bekanntschaft machen und den Ball früh mittels Punt abgeben. Gut gelaunt präsentierte sich auch die Wolfpack-Offense, die zügig übers Feld marschierte und schon den ersten Drive nach einem 40-Yards-Pass von Quarterback Terrence Shambry II auf Zachary Patience erfolgreich abschloss (0:7, Extrapunkt Jürgen Weishap). Reutlingen zeigte sich jedoch wenig beeindruckt und kam bereits im Gegenzug nach einem 20-Yards-Lauf in die Endzone auf 6:7 heran. Der Kick durch die Torstangen verfehlte das Ziel.

Wieder in Ballbesitz gelang auch dem Wolfpack ordentlich Raumgewinn. Dann jedoch der Schock: ein gegnerischer Abwehrspieler fing einen Screenpass von Shambry ab und trug ihn über 60 Yards über die Goalline. Damit gingen die Schwaben mit 12:7 in Führung (der Versuch, zwei Punkte nachzulegen wurde von der Wolfpack-Defense gestoppt). Nach diesem ereignisreichen ersten Schlagabtausch trafen die Unwetterprognosen ein und sollten fortan ein Passspiel schier unmöglich machen. Auf Wolfpack-Seite gelang es zwar noch einmal, an die gegnerische 10-Yard-Linie vorzudringen. Der Mut zu einem ausgespielten vierten Versuch wurde jedoch nicht belohnt und so blieb es zur Halbzeit bei der Führung der Hausherren.

Folgenschwer war allerdings, dass sich Shambry im letzten Spielzug an der Wurfhand verletzte und so die zweite Hälfte spielunfähig war. Sein Ausfall und der andauernde Platschregen zwangen die Wolfpack-Offense nun dazu, die restliche Spielzeit über Laufspiel zu absolvieren. Und dies gelang recht ordentlich, doch wiederum war an der gegnerischen 5-Yard-Linie nach ausgespieltem vierten Versuch Schluss. Andererseits gelang es den Eagles ebenso wenig, entscheidenden Raumgewinn zu erzielen.

Der spielentscheidende Drive des Wolfpack zog sich zu Beginn des letzten Quarters eine gefühlte Ewigkeit hin. Gleich mehrfach musste ein vierter Versuch ausgespielt werden und glücklicherweise gelang es jedes Mal, die notwendigen 10 Yards zu überwinden. Runningback Anton Denis und Ersatz-Quarterback Da´Ronte Smith wuchsen hier geradezu über sich hinaus und wurden von einer willensstarken Offense-Line unterstützt. 32 Yards vor der gegnerischen Goalline gelang es schließlich Smith, die gegnerische Defense zu durchbrechen und den Touchdown zur 12:13-Führung zu erzielen (Zweipunkteversuch gestoppt).

Doch das Spiel war noch nicht zu Ende. Reutlingen gelang es insbesondere durch wuchtige Läufe ihres Quarterbacks, bis in Fieldgoalreichweite (35 Yards) zu kommen. Damit wären drei Punkte und der erneute Führungswechsel möglich gewesen. Doch die Wolfpack-Defense schaffte es noch einmal, alle Kräfte zu mobilisieren und den Schuss des gegnerischen Kickers entscheidend abzufälschen. In den restlichen 25 Sekunden Spielzeit kniete das Wolfpack ab, um den Sieg sicher nach Hause zu bringen.

Dementsprechend zufrieden zeigte sich nach dem Spiel Headcoach Grice: „Heute haben meine Jungs bewiesen, dass sie ein nach dem Ausfall unseres Starting Quarterbacks verloren geglaubtes Spiel mit hervorragender Moral und unbändiger Willenskraft noch drehen können“. Mit diesem guten Gefühl im Rücken freut sich das Team nach einem spielfreien Wochenende auf zwei Heimspiele gegen die Fellbach Warriors und die Freiburg Sacristans.

Punkte für das Wolfpack: Zachary Patience (6), Da´Ronte Smith (6) und Jürgen Weishap (1)

Viertel-Ergebnisse: 12:7 / 0:0 / 0:0 / 0:6 / Final 12:13