Beavers nicht zu stoppen

Es war die erwartet schwere Aufgabe, als am vergangenen Sonntag bei herrlichem Footballwetter die Gäste aus Biberach im Bad Mergentheimer Deutschordenstadion ihre Aufwartung machten. Am Ende siegten sie zwar standesgemäß klar mit 31:0, doch immerhin rangen ihnen die Kurstädter ihr bisher zweitschlechtestes Offenseresultat ab.

Vor knapp 500 Zuschauern konnte sich das Wolfpack zu Beginn der Partie stark in Szene setzen. Wuchtige Laufspielzüge der Runningbacks Daniel Barnes, Anton Denis und Erwin Dutt brachten ordentlich Raumgewinn, so dass die gegnerische 35-Yard-Linie schnell erreicht werden konnte. Jetzt sollte ein Trickspielzug zu den ersten Punkten führen: Quarterback Kevin Marckwardt pitchte den Ball zu Barnes. Dieser warf einen weiten Pass auf Martin Häfele, der sich direkt vor der Endzone freigelaufen hatte. Doch in letzter Sekunde drängte sich ein gegnerischer Cornerback dazwischen, fing den Ball ab und erzwang somit den Wechsel des Angriffsrechts.

Erstmals auf dem Feld zeigte die beste Offense der Oberliga unter US-Quarterback Michael van Deripe gleich ihr Können. Schnell war das Spielfeld mit Lauf- und Passspielzügen überbrückt. Doch an der 5-Yard-Linie des Wolfpack war Schluss. Zuerst musste Biberach einen vierten Versuch ausspielen und beim zweiten Mal im vierten Versuch ein Fieldgoal versuchen. Dies konnte von der Defense Bad Mergentheims gestoppt werden. Schon im Gegenzug gelang den Hausherren mit einem weiten Pass auf Jannick Göller und mit diversen Laufspielzügen ordentlicher Raumgewinn, so dass Anfang des zweiten Viertels ein Fieldgoalversuch möglich war. Doch auch dieser misslang.

Weiterhin konnte die Wolfpack-Defense stark verteidigen. Doch dann zeigte van Deripe seine Klasse: in den Armen eines Wolfpack-Verteidigers und damit schon fast getackelt gelang ihm ein 30-Yards-Pass und schon im nächsten Versuch ein eigener Lauf nach mehreren gebrochenen Tackles in die Endzone zum 0:7 (Extrapunkt gut). Im folgenden Drive musste Bad Mergentheim den Ball mittels Punt abgeben und wenig später stand Biberach erneut vor der Endzone. Wiederum konnte ein vierter Versuch an der 7-Yard-Linie erzwungen werden, doch dieses Mal war das Fieldgoal erfolgreich zum Halbzeitstand von 0:10.

Gleich zu Beginn des dritten Viertels gelang US-Import Oscar Vasquez-Dyer ein starker Return bis ins Mittelfeld. Dem folgte wieder ein Lauf van Deripe´s und schließlich ein Pass auf Vasquez-Dyer, den dieser in der Endzone zum 0:17 fangen konnte. Auf Wolfpackseite schaffte es nun auch Marton Herk, den Kick-Off bis an die Mittellinie zu returnieren, doch die nun deutlich besser eingestellte gegnerische Defense zwang erneut zum Punt. Auch die Verteidiger der Taubertäler spielten weiter stark auf und konnten zum vierten Versuch an der eigenen 30-Yard-Linie zwingen. Wiederum war es van Deripe, der das Risiko ging und sich einen neuen Firstdown erlief. Belohnt hat er sich selbst durch den anschließenden Lauf zum Touchdown (0:24). Nach einem guten Return von Jason Whitted stand die Wolfpack-Offense an der gegnerischen 23-Yard-Linie. Weiterhin gut eingestellt zwangen die Beavers zum Fieldgoalversuch – und wiederum verfehlte dieser knapp die Torstangen.

Ein anschließender Quarterback-Sack von Jan Adonyi ließ zwar noch einmal Hoffnung aufkommen, allerdings brachte schon der erste Pass im letzten Viertel über 40 Yards mit anschließendem 50-Yards-Lauf in die Endzone Ernüchterung (0:31). Trotz des hohen Rückstands bewiesen die Kurstädter weiterhin gute Moral und konnten die Oberschwaben erneut an der 3-Yard-Linie bei ausgespieltem vierten Versuch festnageln. So gelang es ihnen, das achtbare Ergebnis über die Zeit zu retten.

„Wir haben das Pech, auf Biberach immer dann zu treffen, wenn sie die Liga dominieren“ resümiert Wolfpack-Vorstand Klaus Volkert, „denn schon die ersten beiden Begegnungen in der Saison 2013, als Biberach in der Landesliga durchmarschierte und das Wolfpack erstmals Vizemeister wurde, gingen verloren. Danach folgten mittelmäßige Jahre in der Oberliga mit zuletzt dem vorletzten Platz. Und in dieser Saison haben die Oberschwaben mit ihren drei US-Importspielern dermaßen aufgerüstet, dass sie von keinem anderen Team zu stoppen sind.“ Der Vorsprung der Beavers auf den Zweitplatzierten Tübingen ist derzeit so groß, dass bereits der nächste Spieltag die vorzeitige Meisterschaft bedeuten kann.

Viertel-Ergebnisse: 0:0 / 0:10 / 0:14 / 0:7 / Final 0:31