Matze Wagner verlässt das Wolfpack

Fast sieben Jahre ist es nun her, dass Matze Wagner im Herbst 2011 als Headcoach zum Bad Mergentheimer American Football Team Wolfpack gestoßen ist. Er hat damals das Amt von Gerald Widerspick übernommen, der das Team in der Gründungsphase über drei Jahre geleitet hat und dem es gelungen ist, die Grundlagen für die weitere Entwicklung zu legen. Stand am Anfang noch die Sicherung des Klassenerhalts in der damaligen Verbandsliga im Vordergrund, sollten mit Wagner und seinem Trainerstab ansehnliche Erfolge erzielt werden.

Gleich in der ersten Saison konnte der Vizemeistertitel errungen werden. Damals musste man sich nur den Heilbronn Miners geschlagen geben. Auch in der Saison 2013 gelang dieses Unterfangen, denn nur die heutigen Zweitligisten Biberach Beavers drängten sich am Wolfpack vorbei. Dann kam der zwischenzeitliche Rücktritt Wagners, denn er hatte die sich selbst gesteckten Ziele nach zwei Vizemeistertiteln nicht erreicht. Die Saison 2014 war dann von mehrmaligem Trainerwechsel geprägt und endete sportlich mit einem enttäuschenden fünften Platz.

Dies war für Wagner Grund genug, seine Erfahrungen noch einmal für das Wolfpack in die Waagschale zu werfen. Er übernahm wieder das Amt des Headcoaches und brachte wieder den Erfolg. Nach dem freiwilligen Abstieg in die Bezirksliga bewies er nach einer tadellosen Saison mit 20:0 Punkten und 452:42 Touchdownpunkten, dass das Wolfpack dort nicht hingehörte. 2016 legte er mit seinem Team gar noch eins drauf: den Durchmarsch durch die Landesliga mit einer ebenfalls glanzvollen Bilanz (22:2 Punkte, 305:92 Touchdownpunkte).

Damit war das erste Ziel erreicht: der Aufstieg in die vierte Liga, die Oberliga. Dort angekommen, galt es zuerst einmal, die Liga zu sichern. Und auch das gelang mit 9:11 Punkten und einem nur knapp verfehlten dritten Platz auf Anhieb hervorragend. 2018 sollte nun, im Jahr des zehnjährigen Jubiläums, der weitere Aufstieg in die Regionalliga folgen. Und in der Tat sah es lange danach aus, dass die Mannen um Wagner dieses Ziel erreichen würden. Nach anfänglichen Siegen erwiesen sich jedoch die Stuttgart Silver Arrows, gegen die man im Vorjahr nicht verloren hatte, als unüberwindbar. Zu stark war deren Zuwachs im Umfeld der Landeshauptstadt. Und auch der zweite Platz, der zur Relegation berechtigte, ging an die Tübingen Red Knights trotz des deutlich besseren Touchdownpunktverhältnisses der Taubertäler. Denn anders als in anderen Sportarten zählt bei Punktgleichheit der direkte Vergleich der beiden Teams – und den verlor das Wolfpack gerade mal wegen zwei Touchdownpunkten.

So kam es wie bereits nach der Saison 2013. Wagner stellte seinen Posten enttäuscht zur Verfügung und gab damit den Weg frei für die Suche nach einem neuen Headcoach. Nicht ohne sich bei den Spielern und Verantwortlichen des Wolfpack zu bedanken: “Für mich werdet ihr immer ein Teil in meinem Leben bleiben und ich wünsche euch alles Gute auf dieser Welt.”

Wolfpack-Vorstand Klaus Volkert bedankte sich seinerseits im Namen des gesamten Vereins bei Matze Wagner: “Matze hat sich von Anfang an mit voller Kraft und großem persönlichem Engagement für uns und unser Team eingesetzt und wir haben ihm sehr sehr viel zu Verdanken.” Der Verein sei stolz darauf, dass er über viele Jahre hinweg Headcoach war und damit an der glanzvollen Entwicklung wesentlichen Anteil hatte.